Organspende schenkt bis zu sieben Leben

Jeden Tag sterben drei Patienten in Deutschland, weil für sie kein passendes Spendenorgan zur Verfügung steht. Wenn sich mehr Menschen für einen Organspendeausweis entscheiden würden, könnte sich diese Situation deutlich verbessern. Doch Vorurteile, Skandale und Manipulationen bei der Organvergabe lassen die Organspendenbereitschaft in Deutschland sinken. Worauf es ankommt, verraten wir Ihnen in unserem Service-Tipp.

Der Organspendeausweis
Der Organspendeausweis soll die eigene Einstellung zum Thema Organspende dokumentieren. Träger des Ausweises können darin ihre Bereitschaft zur Organ- oder Gewebespende erklären, die Spende auf einzelne Organe beschränken oder einer Spende ausdrücklich widersprechen. Damit schaffen Besitzer eines Organspendeausweises auch Klarheit für Hinterbliebene, die ansonsten nach dem Tod des Ausweisinhabers diese schwere Entscheidung (bestenfalls im Sinne) des Verstorbenen treffen müssten.

Was kann gespendet werden?
Neben den „klassischen“ Organen wie Herz, Lunge, Niere, Leber und Bauchspeicheldrüse können auch der Darm, Teile der Haut, die Hornhaut der Augen, Herzklappen, Teile der Blutgefäße und der Hirnhaut, sowie Bereiche des Knochen- und Knorpelgewebes und des Sehnengewebes gespendet werden. Neben der Spende für einen betroffenen Patienten werden zudem Spenden für die Medizinbranche immer wichtiger. Spezielle Pharmaunternehmen stellen aus den Spenden Arzneimittel her. Gibt ein Organspender seine komplette Einverständnis zur Organ- und Gewebeentnahme, kann er so bis zu sieben Menschenleben retten.

Wie alt muss ich für eine Spende sein?
Für die Organspende gibt es nach oben wie nach unten keine Altersgrenzen, da es in jedem Alter auch Patienten gibt, die dringend auf eine Spende warten. Hier müssen Mediziner entscheiden, ob eine Transplantation des Organs möglich und sinnvoll ist. Jugendliche unter 16 Jahren brauchen eine Einverständniserklärung der Eltern.

Ist es möglich, die Einwilligung zur Organspende zu widerrufen
Ein Widerruf der Einverständniserklärung ist jederzeit möglich. Hierzu reicht es aus, den Organspendeausweis zu vernichten oder einen neuen auszufüllen, der die Organspende ausschließt. Es empfiehlt sich zudem, einen Angehörigen oder eine nahestehende Person über die geänderte Einstellung zum Thema Organspende zu informieren.

Kann bei der Organspende manipuliert werden?
Die Angst als Organspender zu früh für tot erklärt zu werden, ist völlig unbegründet, heißt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (kurz BZgA). Jeder Arzt ist verpflichtet alles zu tun, um das Leben der ihm anvertrauten Person zu retten. Ob er oder sie Organspender ist oder nicht, steht dabei erstmal gar nicht zur Debatte. Erst wenn der Tod von zwei unabhängigen Ärzten, die nicht am Transplantationsprozess beteiligt sind, festgestellt wurde, wird die Organspende in Betracht gezogen.

Weitere Informationen und den Ausweis finden Sie unter dem unten angegebenen Link oder unter der gebührenfreien Info-Hotline: 0 800 / 90 40 400.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Bild: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
 
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